Zwischen Aufklärung und Empfindsamkeit

Einblicke in das Leben und Wirken Wilhelm von Humboldts

Wilhelm von Humboldt, Kreidezeichnung von Johann Joseph Schmeller, Wikipedia
Wilhelm von Humboldt, Kreidezeichnung von Johann Joseph Schmeller, Wikipedia

"Zwischen Aufkklärung und Empfindsamkeit"

Einblicke in das Leben und Wirken Wilhelm von Humboldts im Museum Reinickendorf

12. Mai bi 3. September 2017

Museum Reinickendorf, Kabinett

Alt-Hermsdorf 35

13467 Berlin

Mo–Fr & So, 9–17 Uhr

Eintritt frei

 

Recherche, Konzeption, Texte, Objekte: Sebastian Teutsch & Florina Limberg

Gestaltung: Jürgen Freter

Projektleitung: Dr. Cornelia Gerner

Wilhelm von Humboldt an seinem Schreibtisch in Tegel, privat
Wilhelm von Humboldt an seinem Schreibtisch in Tegel, privat

Am 22. Juni 2017 wäre Wilhelm von Humboldt 250 Jahre alt geworden.

 

Im Museum Reinickendorf wurde aus diesem Anlass am Donnerstag, den 11. Mai 2017 die Kabinetts-Ausstellung „Zwischen Aufklärung und Empfindsamkeit“ eröffnet.

 

Zahlreiche Objekte und historisches Bildmaterial gaben Einblicke in das Leben und Wirken Humboldts.

 

 

Da ging es um die Kindheit, die Humboldt betreut von Hauslehrern gemeinsam mit seinem Bruder Alexander auf dem Tegeler Anwesen verbrachte. Seine „ersten Schritte in die Welt“ machte er in den Berliner Salons, wo er auf das gelehrte Berlin und traf und wichtige Freundschaften schloss, die ihn sein Leben lang begleiten sollten. Die nächsten wichtigen Schritte machte er beim Studium in Frankfurt an der Oder und Göttingen, aber auch bei einer längeren Frankreichreise 1789 zur Zeit der Französischen Revolution.

 

 

Wilhelm vertiefte sich in dieser Zeit aber nicht nur in das Studium und den wissenschaftlichen Austausch. Er begab sich auch auf die „Pfade der Sinnlichkeit“. Im literarischen Salon der Henriette Herz umwarb er die schöne und geistreiche Gastgeberin. In dem von ihr gegründeten schwärmerisch-romantischen „Tugendbund“ lernte er 1788 Caroline von Dacheröden kennen, die er 1891 heiratete und mit der er acht Kinder hatte. Sie sollte während ihrer Ehe allerdings nicht seine einzige Liebe bleiben; auch sie führte Liebesbeziehungen zu anderen Männern – beide gingen offen damit um und ließen dem anderen seine Freiheiten.

 

 

 

Ein weiters Schlaglicht warf die Ausstellung auf Wilhelm als öffentliche Person. Seine Laufbahn begann, als er nach dem Studium im Justizdepartment in den preußischen Staatsdienst eintrat. Nach dem Tod der Mutter erbte Wilhelm Schloss Tegel. Doch erst zog es ihn mit seiner Familie in die Welt hinaus. Nach vier Jahren in Paris ging er als Preußischer Gesandter nach Rom. 1808 kehrte er nach Berlin zurück und übernahm nach Drängen von Freiherr vom Stein die Leitung der neu eingerichteten „Sektion des Kultus und des öffentlichen Unterrichts“ und reformierte in nur 16 Monaten das preußische Bildungswesen.

 

Es gibt schlechterdings gewissen Kenntnisse, die allgemein sein müssen, und noch mehr eine gewisse Bildung der Gesinnung und des Charakters, die keinem fehlen darf“, schrieb Wilhelm in einem Bericht an den preußischen König im Dezember 1809.

 

Seine Tätigkeit gipfelte 1810 in der Gründung der Berliner Universität. Anschließend wurde er als Staatsminister und preußischer Gesandter nach Wien versetzt, wo er als einflussreicher Berater Hardenbergs auf dem Wiener Kongress mitwirkte. Nach weiteren Stationen in Frankfurt am Main und London kehrte er als „Minister für ständische Angelegenheiten“ nach Berlin zurück.

 

 

Zu seinen Leidenschaften gehörte nicht nur die Antike, mit der er sich intensiv während seiner Zeit in Rom beschäftigt hatte. Er quittierte 1819 den Staatsdienst, um mehr Zeit für seine Sprachforschung zu haben. Mit 51 Jahren entschied er sich endgültig für Schloss Tegel als Lebensmittelpunkt und ließ das Jagdschloss nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel umbauen

 

Mit zunehmendem Alter, besonders nach dem Tod seiner Frau Caroline 1829, zog er sich mehr und mehr im Schloss Tegel zurück. Er starb am 8. April 1835 in Tegel.